Analogkäse- bei Pizza Hut?!

Käse mal anders? In einem Bericht des ZDF berichtet das Magazin „Frontal 21“, dass auf Käsebrötchen und Pizzen statt echtem Käse immer häufiger eine Mischung aus Wasser, Eiweiß, Aromen und Pflanzenfett – so genannter „Analog-Käse“ zu finden ist. Die Mischung schmeckt nach Käse, sieht aus wie Käse ist aber kein echter Käse und enthält statt Kuhmilch oder Schafsmilch lediglich billigste Ersatzstoffe.

Dieses Käseimitat (Analogkäse) ist für den Hersteller rund 40 Prozent billiger als normaler Käse. Die Mischung aus Pflanzenfetten und getrockneter Milch ist hitzebeständiger als echter Käse und schmilzt erst bei 400 Grad. Echter Käse schmilzt bei ca. 200 Grad. So können Fertigpizzas viel schneller,  bei höherer Hitze, hergestellt werden ohne, dass der Käse sofort dunkel wird.

Nach Angaben der Hersteller soll Käseimitat keinerlei Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Hierzu mal ein kleines Gedankenspiel:

Angenommen die Hersteller sagen die Wahrheit und die zweifelhaften Zusatzstoffe sind nicht schädlich- was übrigens auch nicht heißt, dass sie gesund sind – und ein Hersteller wie Pizza Hut oder ein Hersteller von Fertigpizzen packt das Imitat auf die Pizza. Diese kann nun mit Käseimitat auf bis zu 400 Grad Celsius erhitz werden. Normaler Käse verbrennt bei ca. 200 Grad  Celsius nach wenigen Minuten, was bei einer Tiefkühlpizza zum Problem werden kann, da der echte Käse oben verbrennen könnte, während der Rest darunter noch gefrohren ist. Bei einer frisch zubereiteten Pizza soll der Käse, die Italiener nutzen ausschließlich Mozarella, auch erst in der letzten Minute hinzugegeben werden. Doch das macht die Herstellung einer Tiefkühlpizza teurer und komplizierter.  Schlechte Alternative also Käseersatz.

Ist die Tiefkühlpizza mit Käseimitat eigentlich nach dem Erhitzen von  400 bis 500 Grad Celsius nun immernoch bedenkenlos zu genießen?

Hierzu muss man jetzt wissen, dass ab 150- 180 Grad Celsius Fette, die normalerweise chemisch betrachtet in der Cis- Form vorliegen, dann in die Trans-Form gebracht werden. -> Ergo sind bei 400 Grad Celsius nun sämtliche Pflanzenfette in die Trans-Form gebracht worden. Nicht so schlimm werden jetzt Einige sagen! Doch da muss ich entschieden wiedersprechen! Denn nachgewiesen ist, dass  für das Entstehen von Herzinfarkten verantwortlich gemacht werden und im Verdacht stehen krebserregend zu sein.

Daher sollte man eine Pizza die im Steinofen auch 3-4 Minuten gebacken wird immer frisch zubeeiten und den Käse erst in letzter Minute darauf tun um die Bildung der Tansfettsäuren zu verringern.

Und übrigens- die Ursprungspizza aus Italien enthielt keinen Käse. Dieser kam erst Mitte diese Jahrhunderts auf die Pizza.

Aber weiter zum Käseimitat:

Auch geschmacklich hat sich die Industrie etwas einfallen lassen. Diese Betrugsmischung kann je nach Zusammensetzung zart schmelzen, Fäden ziehen oder nach Mozzarella schmecken, wenn man den entsprechenden Geschmacksverstärker der Käseimitatmischung beifügt.

Welche Arten von Käseimitaten gibt es bisher?

Pizza Topping – Typ italienischer Mozzarella
Käse zum Braten und Grillen – eine Abwechslung zum klassischen Steak
Kashkaval – wie am Balkan bekannt und beliebt
Weißkäse – Typ griechischer Feta
Streichkäse – die gewünschten Käsesorten können je nach Kundenwunsch verändert werden

Warum wurde Käseimitat (Analogkäse) entwickelt?

Normaler Käse wird aus Milch hergestellt und muss auch einige Zeit reifen.

Milch ist jedoch in den verschieden Regionen der Welt zu unterschiedlichen Mengen und Preisen verfügbar. Um von diesen unsicheren Faktoren nicht mehr abhängig zu sein und auch um die Reifezeit zu umgehen, wurde Analogkäse entwickelt. Somit kann man mehr Käse in kürzerer Zeit herstellen. Dass der Käse dann aber kein Käse mehr ist, ist der Lebensmittelindustrie egal, denn es geht ja nicht um unsere Gesundheit sondern um Gewinnmaximierung.

Welche konkreten Vorteile hat die Industrie bei der Herstellung von Käseimitat?
In erster Linie geht es um die Kostenersparnis. Denn beim Rohstoffeinkauf und der Herstellung liegt diese bei über 40% im Gegensatz zu den Kosten bei der Herstellung von echtem Käse.

Weiterhin ist man flexibel, denn es können die unterschiedlichsten Imitatsorten mit den gleichen Maschinen und einer ähnlichen Technologie hergestellt werden. Das senkt auch die Kosten für die Anschaffung von Maschinen zur Käseherstellung und steigert die Produktvielfalt der Hersteller. Somit ergeben sich speziell auf das Produkt designte Funktionalitäten. So kann Pizzakäseimitat hohe Temperaturen aushalten und beim Schmelzen gleichmäßig auf der Pizza verlaufen ohne zu verbrennen. Oder eben Grillkäseimitat, dass bei hohen Temperaturen formsatbil bleibt ohne zu verlaufen. Die Hersteller können somit Ihre Produktion bei geringem Aufwand vervielfachen und sind in der Lage, bei ihren fragwürdigen Produkten gleichbleibende Qualitat zu gewährleisten.

Was enthalten eigentlich solche Imitatmischungen?

Die Zusammensetzung ist, wie auch die Ansprüche an Käseimitate, recht unterschiedlich.

So veröffentlichte das „Institut für gesundheitlichen Verbraucherschutz“ in Duisburg folgende Beispielliste der Lebensmittelhersteller:

Pizza-Mix

Geriebener Pizzabelag aus 50 % Käse und 50 % Pflanzenfettbasis
Zutaten: Käse (Farbstoff beta-Carotin), Pflanzenfettbasis (Pflanzenfett, Milcheiweiß, modifizierte Stärke, Speisesalz, Schmelzsalz E339), Trennmittel Stärke
Gastromix
54 % F.i. T.
Geriebener Pizzabelag
Zutaten: Wasser, Pflanzenöl, Weizenstärke, Labkasein, Stabilisator
E1420, Salz, emulgierende Salze E450, E331, Aroma, Konservierungs-
mittel Sorbinsäure, Farbstoff beta-Carotin, Trennmittel Kartoffelstärke

Gastro Block
55 % F.i. Tr.
Eine Alternative zu Edamer und Gouda Käse
Zutaten: Pflanzenfett, Schnittkäse, Molkenpulver, Schmelzsalze E452,
E339, Kochsalz, Konservierungsstoff E252, Farbstoff beta-Carotin, Aro-
ma

Pizza-Top
Typ Gouda
Lebensmittelzubereitung zum Überbacken, für Füllungen und Sa-
lat .Die ideale Alternative zu Naturkäse, mit feinem Gouda – Geschmack…
Zum Überbacken empfehlen wir eine Mischung von 1:1 mit Käse
Zutaten: Wasser, pflanzliches Fett, Stärke, Milcheiweiß, Salz, Schmelz-
salze E452, E341, Aroma (Milch), Farbstoff E160a
Toast-Top
Typ Edamer
Lebensmittelzubereitung zum Überbacken, für Füllungen und Salat
Die ideale Alternative zu Naturkäse, mit typischem Edamer-Geschmack,
Hergestellt mit pflanzlichem Fett und sehr gut zu schneiden sowie ideal
zum Überbacken geeignet.
Zutaten: Wasser, pflanzliches Fett, Stärke, Milcheiweiß, Salz, Schmelz-
salze E452, E341, Aroma (Milch), Farbstoff E160a

„Sehr schön“ ist meiner Meinung nach, dass die Indutrie immer von einer „idealen Alternative“ redet. Wer kein Käseiimitat zu sich nehmen will muss wie immer genau auf die Zutatenliste schauen, denn enthält ein Produkt andere Zutaten als Käse- müssen diese auch erwähnt werden.

Na dann “ Guten Appetit“  bei bester Gesundheit, lieber Verbraucher!!!

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5 Kommentare
  1. Peter u.
    Peter u. says:

    Dieser Analogkäse ist doch wirklich eklig. Ich finde es eine Sauerei, dass das nicht klar deklariert wird – da fühlt man sich doch verarscht.
    Man müsste eine Liste der Analogkäse Verbrecher haben – eine scharte Analog-Liste!

  2. Uschi
    Uschi says:

    Ich möchte mehr über diesen Käse herrausfinden .Kann mir jmd. sagen welche Bestandteile Analogkäse hat und welche Firmen diesen benutzen bzw. verkaufen .Kenn jmd- eine Nachweisreaktion von Pflanzenfetten ?

    Ihr würdet mir wirklich helfen !

    Mit freundlichen Grüßen

    Uschi U.

  3. Gelernter Koch
    Gelernter Koch says:

    *seufz* Wieder dieses Halbwissen.

    Wo Käse draufsteht, muss Käse drin sein. Laut der GMO-Verordnung 1234/2007 dürfen Produkte bei denen das Milchfett ausgetauscht wurde nicht als „Käse“ deklariert werden. Also KEIN „Analog-/Kunstkäse“.
    Sprich wenn das Wort „Käse“ draufsteht, aber kein Käse drin ist, ist das Warenunterschiebung und strafbar.
    Die Bezeichnung „Käse-Imitat“ ist zulässig.
    @ Peter u. Und da laut der Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung die Angaben ALLER Zutaten Pflicht ist, kann jeder selber nachlesen was auf seiner Pizza, seinem Toast oder was auch immer ist. Wenn man zu faul ist, sich die Mühe zu machen, selber Schuld.
    Übrigens gibt es keine zuverlässige Studie über den Zusammenhang von trans-Fettsäuren und Krebsrisiko. Der teil mit den Herzerkrankungen ist jedoch richtig. Das Krebsrisiko steigt durch den Polyacrylamid-Anteil, der aber auch schon bei einer 170°C gebackenen Pizza vorhanden ist.
    Pizza sollte sowieso bei 400°C bis 500°C nur 2 bis 3 Minuten gebacken werden (was auch in jeder ordentlichen Pizzeria gemacht wird), also verstehe ich nicht warum es jetzt auf einmal möglich sein sollte eine Pizza bei 400°C zu backen, etwas das schon seit rund 300 Jahren gemacht wird.

    Ich finde es gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird. Aber es sollte schon den Fakten entsprechen, sonst kann man gleich die Bild lesen, die versteht es Panik zu schüren wo nichts ist.

    Schöne Grüße

  4. bulce
    bulce says:

    Hallo gelernter Koch,
    es geht in unserem Bericht um sogenannten “ Analogkäse“. Dies ist natürlich nicht der Begriff der auf den Verpackungen steht, sondern der Begriff der gerade durch die Medien publiziert wird.
    Zu den Zutaten: Es ist richtig dass diese gekennzeichnet werden müssen- nur hat die Lebensmittelindustrie den Begriff der Nichtzutaten erfunden und diese sogenannten Nichtzutaten, die eigentlich auch Zutaten sind, stehen nicht unter den Zutaten. Leider!
    Transfettsäuren- es ist richtig- es gibt bisher keine Studien zu Krebs- jedoch stehen Transfette im Verdacht auch für Krebs verantwortlich zu sein und warum ein Risiko eingehen- Es geht um unsere Gesundheit und die haben wir nur einmal.
    Pizza und Temperatur:
    Das problematische ist das lange Backen des Käses bei dieser hohen Temperatur.
    Gesundheitsfreundlicher wäre es, den Käse erst zum Schluß dazuzugeben.
    Käse auf der Pizza gibt es auch noch keine 300 Jahre, denn die Pizza des 18. Jahrhunderts wurde ohne Käse gebacken sondern enthielt lediglich Tomaten und Kräuter. Käse kam erste Mitte des 20 Jh auf die Pizza.
    Wir danken dir herzlich für Deine konstruktiven Hinweise- in Teilen haben wir den Artikel abgeändert, damit du nicht doch noch zur Bildzeitung greifen musst.

    Viele Grüße das MrEco Team

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