Jedes achte Mineralwasser uranverseucht!

mineralwasserNach Recherchen des ARD-Politmagazins report MÜNCHEN sind einige Mineralwasser in Deutschland deutlicher mit dem Schwermetall Uran belastet als bisher bekannt.
report MÜNCHEN liegt exklusiv eine bundesweite Erhebung von amtlichen Daten sowie zusätzlich in Auftrag gegebene Labortests der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch vor. Demnach ist von rund 430 analysierten Marken etwa jedes achte Mineralwasser bedenklich für Säuglinge, weil es den Grenzwert für Mineralwasser von 2 Mikrogramm Uran pro Liter überschreitet. Nur Mineralwasser, dessen Uran-Belastung unter diesem Grenzwert liegt, darf mit dem Aufdruck „Geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ werben. Doch welche und wie viele Marken über dem Grenzwert liegen, war bislang nicht bekannt, da der Uran-Gehalt nicht auf dem Etikett angegeben werden muss.

Ein paar wenige Mineral- und Heilwasser aus der Datenerhebung enthalten mehr als 10 Mikrogramm Uran pro Liter. Bei 10 Mikrogramm liegt  bei Leitungswasser der Richtwert des Umweltbundesamtes , ab dem Trinkwasserversorger handeln sollen.

Eine neue Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellt nun fest: Säuglinge haben bei Uran ein dreifach höheres Belastungsrisiko als Erwachsene. Demnach ist bei Kleinkindern in Europa die angenommene Uran-Belastung durch den Konsum von Mineral- und Trinkwasser teilweise doppelt so hoch wie es die Toleranzgrenze der Weltgesundheitsorganisation WHO vorsieht – eine Belastung, die laut EFSA vermieden werden sollte.
Der Verband der Mineralbrunnen hält den UBA-Richtwert durch die EFSA-Studie für überholt. Die EFSA habe „diesen Ansatz als untauglich verworfen“. Viele Hersteller berufen sich hinsichtlich gesundheitlicher Unbedenklichkeit daher auf einen anderen internationalen WHO-Richtwert, der sogar bei 15 Mikrogramm pro Liter liegt. Aber dieser Hersteller wollen ja auch ihr Produkt verkaufen.wasser-test_kl

Das für Mineralwasser zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht sich hinsichtlich seines besonders vorsorglichen Grenzwerts von 2 Mikrogramm für Säuglinge von der neuen EFSA-Studie grundsätzlich bestätigt. .

Das Schwermetall Uran in Trink- und Mineralwasser kommt in verschiedenen Regionen natürlicherweise vor, etwa durch die Beschaffung von Gesteinsschichten im Umfeld der Quellen. Es kann bei chronischer Aufnahme Nierenschäden hervorrufen.

Angeblich strebt das Bundesgesundheitsministerium jetzt an, eine geänderte Trinkwasserverordnung mit einem neuen Uran-Grenzwert im Herbst 2009 in Kraft zu setzen.


Interessante Artikel:

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.